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TBDC Company Class

Die Tänzer der TBDC arbeiten projektweise, d.h. sobald Vorstellungen und Workshops anstehen oder eine andere Kompanie ein Stück der TBDC einlernen möchte, wird geprobt. Ich hatte das Glück im Oktober die Endproben für die Gala 2018 mit den Stücken „Ballet“, „Pamplona Stone“ und „Working Titel“ in Trisha Browns Studio in SoHo und die anschließenden Vorstellungen im Brooklyn Academy of Music miterleben zu dürfen. Im November fanden die ersten Vorbereitungen für die Einstudierung der wichtigsten Phrasen von  „O zlozony/O Composite“ statt. Ein Stück, welches Trisha Brown 2003 für die Pariser Oper choreographiert hat und nun im März von einer russischen Kompanie wieder aufgeführt wird. Ab Januar werden weitere Proben statt finden und Vorstellungen in Paris folgen.

Ungestört davon gibt es die wöchentliche TBDC Company Class, welche immer Mittwoch Morgen von 10-11.30 Uhr im Eden´s Expressway statt findet. Eden´s Expressway ist ein Studio von Movement Research, das sich als „one of the world´s leading laboratories for the investigation of dance and movement-based forms“ versteht sowie auch die Montag Abend Performances in der Judson Memorial Church organisiert. Trisha Brown gehörte zu den Gründungsmitglieder der Judson Memorial Church und hat hier ihre ersten Arbeiten gezeigt. Movement Research kooperiert mit der Trisha Brown Dance Company, damit  die Kompanieklassen mit wechselnden Lehrern ehemaliger oder aktueller Tänzer unterrichtet wird.

Movement Research beschreibt die Kompanieklasse wie folgt:

„Trisha Brown Dance Company class will begin with a warm-up to integrate the breath and full dimension of the body, movement exercises will focus on undoing places of tension and holding. Mapping the joints of the body will be emphasized to enable clear and efficient movement pathways in preparation for learning phrase material from Trisha Brown’s repertory, that encompasses quick qualitative shifts and complex points of initiation.“

Bis jetzt konnte ich die Kompanieklassen bei Leah Ives, Cecily Campbell und Shelly Senter sowie Vicky Schicks (Originalbesetzung u.a. von „Set and Reset) Dienstag Morgenklasse im Danspace Projekt besuchen, die ebenfalls von Movement Research organisiert sind.

Trisha Brown bot ihrer Kompanie kein Training an, weswegen sich die Tänzer ihr Training selbst organisierten und erkundeten zusätzlich Trainingsmethoden, um das geforderte Material der Choreographien körperlich bewältigen zu können. Auch heute noch gibt es kein Training vor den Proben – jedenfalls habe ich keines mitbekommen. Oftmals wird zwischen der nicht bestehenden Trisha Brown-Technik und des Trisha Brown-Repertoires verwechselt. So existiert keine feste Form des Unterrichts sondern jede/r Tänzer/in der Company, die Repertoire unterrichtet entwickelt ihr eigenes Warm Up.

 

Einzig die Struktur des Trainings bleibt von Lehrer zu Lehrer gleich: nach ca. 45-60 Minuten Warm up folgt ein bis zwei Tanzphrasen aus einem beliebigen Stück.

Die Hauptbestandteile und -qualitäten des Warm-ups kann ich wie folgt zusammenfassen:

  • Der Körper wird in Strukturen und als Architektur verstanden.
  • Die Klarheit und das Bewusstsein für die Endpunkte des Körpers wie Hände, Füße und Scheitel und einer weichen Körpermitte.
  • Der Fokus wird mit „in and out“ bewusst genutzt, um u.a. die weiteren Tänzer im Raum zu sehen.
  • Übermäßiger Spannung und unnötigen Energien durch Schütteln, Bouzen und Schwünge werden losgelassen.
  • Gewichtsverlagerung sowie…
  • … das lockere Werfen „tossing“ der schweren Körperglieder.