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Her mit dem Geld! Bewerbungen für ein Arbeitsstipendium

Im Sommer 2017 habe ich über Simone Schulte-Aladag von Fokus Tanz/Tanz und Schule e.V. in München von dem „Arbeitsstipendium zur Weiterbildung“ für den Bereich Tanz der Stadt Landeshauptstadt München erfahren. Sie empfahl mir, mich dafür zu bewerben, da ich als Münchenerin in der Stadt meine Tanzgrundausbildung begonnen, mehrere Weiterbildungen besucht habe und seit vielen Jahren in München projektbezogen arbeite. Mit dem Stipendium soll die künstlerische Weiterbildung bzw. die Erarbeitung eines neuen künstlerischen Konzepts von Künstlerinnen und Künstler sowie Gruppen gefördert werden, die auf der Basis nachgewiesener professioneller Arbeit erste künstlerische Erfolge erzielt haben. Die Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind frei wählbar. Mir war sofort klar, dass ich mit der Möglichkeit des Stipendiums nach New York an die Trisha Brown Dance Company gehen möchte, um mich in der Release Technik nach Trisha Brown weiter zu schulen. Mit der Technik beschäftige ich mich als Tänzerin und Tanzpädagogin seit Jahren und New York ist ihre Geburtsstadt. Somit war der Grundstein einer langen Projektvorbereitung gelegt…

In meiner ersten Arbeitsphase musste ich deshalb Kontakt mit der Company aufzunehmen, um einen Platz als Intern (Praktikantin) zu bekommen. Es hat knapp zwei Monate gedauert bis ich eine Zusage bekommen habe. Das Bewerbungsverfahren war erstaunlicherweise mit drei Mails einfach, jedoch hat mir lange niemand aus der Kompanie auf meine Anfrage geantwortet. Das lag anscheinend an einem Personalwechsel innerhalb der Kompanie.

Mit Erhalt der Zusage ging der zweite Arbeitsschritt los: Das Bewerbungsschreiben für das Arbeitsstipendium. Inhalte meines Bewerbungsschreibens waren Outcome/Ziele/Aussichten des Projekts, meine Motivation, Kurzinformation zur Kompanie, Definition der Release-Technik, Bewegungsprinzipien und der Zeitplan/Projektphasen meines Aufenthaltes.

Neben dem Münchner Stipendium habe ich noch weitere scheinbar passende Ausschreibungen gefunden wie u.a. das Förderprogramm der SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn, die Exportförderung der Bezirksregierung Köln, die Förderung der Recherchenaufenthalte im Ausland des Goethe-Insituts und das Auslandsstipendium des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Jede Ausschreibung hatte sein eigenes Format und ich musste meine Projektbeschreibung entsprechend anpassen, was recht arbeitsintensiv war.

Nachdem ich insgesamt vier Absagen erhalten habe (mein Projekt hat zwar gefallen, aber es hat nicht in Konzept gepasst oder einfach nur nicht den formalen Kriterien entsprochen) wurde ich immer unsicherer, wie ich meinen Austausch finanzieren kann. Auf meine letzte Bewerbung habe ich jedoch dann doch noch eine Zusage und somit das Auslandsstipendium des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen erhalten. Die Freude war verständlicherweise unglaublich groß! Ich war und bin immer noch sehr erleichtert und dankbar, diese tolle Unterstützung bekommen zu haben.