Zurück nach oben

Auf einen Tee mit Stacy Matthew Spence

Stacy Matthew Spence tanzte von 1997 bis 2006 bei der Trisha Brown Dance Company, ist seitdem weiterhin durch den Unterricht und die Neuinszenierung von Trishas Arbeiten mit der Company verbunden und seit 2018 der Ausbildungsleiter der Trisha Brown Dance Company.

 

Ein Gespräch mit Stacy Matthew Spence über die Verantwortung in der Bewegung und der Zusammenarbeit mit Trisha Brown.

 

Es gibt ein paar Dinge, die Trisha besonders beachtet hat, wenn sie auf der Suche nach neuen Tänzern für die Kompanie war. Hat die Person eine gute Ausrichtung? Hat sie ein Gefühl für mehr oder weniger technische Dinge und für das Gewicht im Körper? Darüber hinaus war sie immer auf der Suche nach dem „Spirit“ der Person, bei dem es ja nicht um das rein Technische geht.
Als Tänzer der Kompanie musste ich mich immer fragen, was mir in meiner Arbeit hilft, damit ich diese Dinge besser ausführen und mich besser in sie vertiefen kann. Ich möchte das in meinem Unterricht teilen, weil es ermöglicht, das Repertoire zu tanzen. Die Bewegungen kamen aus den erforschten Ideen, die dann zu Choreographie und dann zu Repertoire wurden und nicht aus einer Technik, die zu Choreographie wurde.
Im College lernte ich von all den traditionelleren modernen Techniken, die die Ideen wie „Rise and Fall“, „Fall and recover“ erforschten. Später wurde ich mit Ideen zur Improvisation und eigenwilligen Bewegungsentdeckung vertraut gemacht. All diese Dinge und mehr waren in Trishas Arbeit präsent und mit diesen Ideen wurde bereits gearbeitet, als ich in die Company aufgenommen wurde. Die Qualitäten waren schon entwickelt und in ihrer Bewegung gab es die Erforschung von sequentiellen Bewegungen und Qualitäten des Loslassens. Wenn du diese Qualitäten beim Vortanzen hattest, wusste sie, dass du das Repertoire tanzen kannst.

Bei der Entwicklung der neueren Werke sieht man Referenzen aus den vergangenen Choreographien und älteren Ideen, mit denen gespielt oder rekontextualisiert wurden, sowie neue Ideen, die in den Mix eingebracht wurden.Interessant für mich in der Zusammenarbeit mit Trisha war auch, dass sich meine Vorstellung von Tanz als Kunstform erweitert hat. Ihre Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern inspirierte sie offensichtlich und führte sie zu neuen choreografischen Ideen. Es gab immer die Möglichkeit dich als Tänzer in die Arbeiten miteinzubringen. Worin bist du besonders gut oder wofür interessierst du dich gerade?

Die Musik wurde viel mehr genutzt, als Trisha ihren „music cycle“ und mit der Choreographie von Opern begann. So wurde beispielsweise das entwickelte Material rhythmisch verändert. Es wurde mit Material gespielt und gearbeitet, bis es choreographiert war. Ich musste auch genau verstehen, was mein Körper tat, denn Trisha sah, wann er dies noch nicht der Fall war. Deshalb möchte ich, dass meine Schüler die Verantwortung für das Material übernehmen, das ich mit ihnen teile. Für Qualität, Dynamik, Timing, Form, Linie und die Dinge, die ich mit ihnen im Detail bespreche. Dies soll helfen, viele Aspekte und die Komplexität des Materials zu zeigen, so dass sie viele Informationen haben, über die sie nachdenken und mit denen sie in diesem Material spielen können.

 

Das Interview am Donnerstag den 15. Dezember 2018 wurde von mir aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.